Ökumenisches Taizé-Gebet

?Jene Eingebung hat mich seit meiner Jugend wohl nie mehr verlassen: Ein Leben in Gemeinschaft kann ein Zeichen dafür sein, dass Gott Liebe und nur Liebe ist. Allmählich reifte in mir die Überzeugung, dass es darauf ankam, eine Gemeinschaft ins Leben zu rufen [?]. Eine Gemeinschaft, in der es im Letzten um die Güte des Herzens und die Einfachheit geht.? So schreibt Fr?re Roger in ?Gott kann nur lieben? und skizziert damit auch die Wesensgrundzüge der ökumenischen Brudergemeinschaft, die er vor mehr als 75 Jahren in einem kleinen Dorf im französischen Burgund gründete. Seither zieht es Menschen verschiedenster Konfessionen aus aller Welt auf den Hügel von Taiz?, um dort bei den internationalen Jugendtreffen eine Zeit lang am Leben der Brüder teilzuhaben. Dreimal am Tag strömen bis zu Tausende in die Versöhnungskirche und feiern mit den typischen Gesängen von Taiz? und in Stille die Tagesliturgien. Gerade in der Einfachheit der immer wiederholten Lieder und im gemeinsamen Schweigen finden hier viele Menschen eine ganz besondere Art des Zugangs zu sich selbst, zu ihrem Glauben und zu Gott.

Seit Dezember 2015 wird nun auch einmal monatlich Sonntagsabends zu einem ökumenischen Taiz?-Gebet in der Christuskirche eingeladen. Die Andachten werden von einem katholisch-evangelischen Team vorbereitet und gestaltet. In Anlehnung an die Gottesdienste in Taiz? wird gemeinsam gesungen, gebetet und Stille gehalten, sowie in einem Impuls auf eine Bibelstelle eingegangen. So wollen wir ?Wege finden, Gott im Gebet zu erwarten und seinen Blick zu empfangen, der voll Liebe auf dem Leben eines jeden ruht.?